STAR WARS Episode VIII: Die letzten Jedi – Rezension

(c) Lucasfilms
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Episode VIII beginnt quasi genau dort, wo Episode VII geendet hat: Kurz nach der Schlacht um die Starkiller-Basis. Die Erste Ordnung ist wild entschlossen, den Stützpunkt der Rebellen zu zerstören und damit das letzte Überbleibsel des Widerstands. Während sich Finn immer noch im Koma befindet, packen die Leute des Widerstands notdürftig alles zusammen und verlassen den Planeten. Es ist an Poe Dameron, einen Angriff auf das Flaggschiff der Ersten Ordnung zu fliegen, um den Transportschiffen Zeit zum Entkommen zu geben. Der Angriff läuft allerdings nicht so wie geplant, da die Erste Ordnung die Bomber des Widerstands abwehren und eine Attacke auf das Führungsschiff des Widerstandes fliegen kann, bei der General Leia Organa schwer verletzt und der Rest des Führungsstabes – einschließlich Admiral Ackbar – getötet wird. Ein Fluchtversuch der Widerstandsflotte bleibt ohne Wirkung, denn die Erste Ordnung ist in der Lage, die Schiffe im Hyperraum anzupeilen und hängt ihnen schon wieder an den Fersen. Der Widerstand versucht, mit Unterlichtgeschwindigkeit so viel Abstand zu halten, dass die Waffen der Sternzerstörer keine Wirkung haben, aber die Zeit läuft ab: Den Schiffen geht der Treibstoff aus! Finn, der aus dem Koma wieder erwacht ist, Poe und die Technikerin Rose entwickeln einen Plan, der Ersten Ordnung zu entkommen, indem Finn und Rose sich an Bord des Schiffes der Ersten Ordnung schleichen und den Hyperraumscanner genau so lange abschalten, dass die Widerstandsflotte entkommen kann. Doch dazu brauchen sie die Hilfe eines Spezialisten für Schlösser und Geheimcodes, und einen solchen finden sie nur in Canto Bight, der Kasinostadt…

Rey hat indessen den Jedimeister Luke Skywalker aufgespürt. Der ist mäßig begeistert davon, noch eine Schülerin auszubilden, da er sich wegen seines Versagens an Kylo Ren / Ben Solo grämt. Doch so leicht gibt Rey nicht auf. Während sie darauf wartet, dass Luke seine Meinung ändert, stellt sie fest, dass sie über die Macht mit Kylo in Kontakt treten kann. Sie versucht, ihn zu bekehren…

„Die Rebellion ist nicht vorbei. Der Krieg hat gerade erst angefangen!“
– Luke Skywalker

Erstmal ganz ohne Spoiler: „Die letzten Jedi“ ist ein sehr gelungener Film! Es sind Elemente vorhanden, die wir alle – und vor allem auch die Fans – kennen, aber es wird nicht einfach etwas wiederholt. Im Gegenteil, der Film erlaubt sich einige Brüche mit dem, was man von STAR WARS vielleicht erwartet hätte, und er macht das richtig gut. Vor allen Dingen die Auflösung ein paar drängender Fragen ist überraschender als mancher gedacht hat. Natürlich ist der Film nicht perfekt, aber die Momente, die – zumindest nach meinem Empfinden – nicht so gut sind, fallen kaum ins Gewicht, da die richtig guten Momente sie völlig überstrahlen. STAR WARS geht weiter und traut sich, eine neue Richtung einzuschlagen. Das ist gut und macht Lust auf mehr, auch auf die neue Trilogie von Episode X bis XII, die bereits angekündigt wurde. Erstmal bleibt aber abzuwarten, wie Episode IX den aktuellen Handlungsbogen abschließt.

DIE REZENSION GEHT WEITER: AB HIER SPOILER!

Okay, falls jemand Schwierigkeiten hatte, die Überschrift über diesem Absatz zu lesen: AB HIER SPOILER! Es werden wesentliche Teile des Handlungsverlaufs verraten und auch einige der Überraschungen. Also sagt nicht, Ihr seid nicht gewarnt gewesen.

Eine der großen Überraschungen in diesem Film ist zweifellos der Tod des großen Anführers Snoke (und ich hoffe, dass er nicht als halber Cyborg in der nächsten Episode wieder auftaucht). Das spielt nahtlos in die andere große Überraschung mit rein, wer Reys Eltern sind: Einfache Schrotthändler von Jakku, die ihre Tochter an Unkar Plukk verkauft haben. Ein Kritiker schrieb dazu, dass George Lucas der Film deswegen nicht gefallen werde, weil er doch dieses große Sternendrama über die „adlige Familie Skywalker“ produziert habe und eine „gewöhnliche Sterbliche“ wie Rey da nicht reinpasst. Das ist schon deswegen Unsinn, weil Anakin Skywalker selbst ja Sklave und Sohn einer Sklavin war. Im Gegenteil, es passt sehr gut zum Ton, den die Prequels ja schon angeschlagen hatten. Die Jedi waren sehr elitaristisch geworden, dabei ist eine Begabung in der Macht nicht etwas, das Ultraprivilegierten vorbehalten ist. Im Gegenteil, auch „gewöhnliche Sterbliche“ haben sie und es kommt letztlich darauf an, was man daraus macht. Mit dem Mord an Snoke hat Kylo Ren sich endgültig für eine Seite entschieden – und Rey wird ihm nicht folgen.

Selbst Yoda, der sich als Machtgeist materialisiert, hat eine Lektion gelernt: Das Versagen gehört mit dazu. Luke läuft vor allen Lebewesen der Galaxis davon, da er sich für sein Versagen schämt, das einen neuen Darth Vader erschaffen hat, doch Yoda, dessen Versagen immerhin den Imperator in seinem Amt installiert hat, belehrt ihn eines besseren: Man muss aus dem Versagen lernen. Die alten Jedi hatten vor der Rückkehr der Sith und den Klonkriegen keine wirkliche Herausforderung, was sie zur Überzeugung gebracht hat, fehlerfrei zu sein. Aber das ist niemand.

Noch eine Überraschung, die das Universum von STAR WARS noch offener macht, ist der Umstand, dass Poe, Finn und Rose einen raffinierten Plan ausarbeiten, der Anfangs mit ein paar Widrigkeiten zu kämpfen hat, aber aufzugehen scheint – bevor er grandios scheitert. Und damit meine ich nicht im Stil wie der Angriff der Rebellen auf den zweiten Todesstern scheitert, denn hier halfen die Ewoks dabei, das schlimme Ende doch noch abzuwenden, nein, der Plan scheitert völlig. Der Versuch, in das Flaggschiff der Ersten Ordnung einzudringen, wird entdeckt. Anstatt dem Widerstand eine Fluchtmöglichkeit zu bieten, passiert das Gegenteil, General Hux wird auf einen Fluchtplan der Widerstandskämpfer aufmerksam gemacht und schickt sich an, den Widerstand ganz auszulöschen.

Ja, es ist sehr viel los in den 150 Minuten, die der Film lang ist, und es wird nie langweilig. Nun möchte ich aber noch zu ein paar negativen Punkten kommen, die wie gesagt das Gesamtbild aber nicht allzu sehr trüben. Da ist zunächst einmal Captain Phasma. Die Figur wurde durch ihren eigenen Roman und die Comicreihe „Captain Phasma“ (Rezensionen zu Teil 1, Teil 2, Teil 3) mit einem ausführlichen Hintergrund versehen, in diesem Film spielt sie aber kaum eine Rolle, bevor sie in ein Flammenmeer stürzt und vermutlich stirbt. Das passt nicht ganz zusammen. Sie tritt auch erst kurz vor ihrem Tod in Erscheinung und bleibt den Rest des Filmes über unsichtbar. Poe Damerons Handlungsbogen – er darf nicht immer so ein Hitzkopf sein und Dinge zu sehr aus dem Bauch heraus entscheiden – ist leider eine Wiederholung, denn etwas ähnliches hat er schon in Roman und Comic erlebt. Man sollte allerdings erwarten, dass Dameron seine Lektion endlich lernt, nachdem er sie wiederholt machen durfte. Er zettelt eine Meuterei an, was verständlich ist, allerdings nicht, wie die Situation zustande kommt, und da sind wir bei einem anderen Kritikpunkt, der den Namen „General Holden“ trägt. Laura Dern spielt diese sehr überzeugend, der Konflikt zwischen ihr und Dameron hätte jedoch sehr einfach vermieden werden können, wenn Holden ihm einfach erklärt hätte, was genau der Plan der Führungsspitze ist. Sie hätte sich auch ausmalen können, dass die Art und Weise, wie sie ihn höchst arrogant abkanzelt, geradezu seinen Widerstandsgeist herausfordert.

Das Thema dieser Episode ist eindeutig „die Vergangenheit hinter sich lassen“. Natürlich hat das damit zu tun, dass die Zeit immer weiter fortschreitet und die Menschen, die heute noch da sind, morgen nicht mehr da sein werden. Schmerzlich haben das das Filmteam und die Fanwelt erleben müssen, als Carrie Fisher nach Abschluss der Dreharbeiten überraschend an einem schweren Herzinfarkt verstarb. In STAR WARS ist vieles möglich, Snoke könnte zurückkehren oder auch Phasma, ja selbst Luke, der am Ende des Films eins mit der Macht wird, könnte sich als Machgeist zurückmelden, doch General / Prinzessin Leia wird nicht wiederkommen. Die Geschichte aber geht weiter. Auch hier ist es wieder eine Frage, wie man damit umgeht. Kylo Ren verwendet den Sith-Ansatz, „lass die Vergangenheit sterben, töte sie, wenn Du musst!“ Oder aber man geht weiter, nimmt die Erinnerungen an vergangene Tage mit, lässt sich von ihnen aber nicht gefangen halten. An diesem Punkt befindet sich das STAR-WARS-Franchise jetzt. „Die letzten Jedi“ ist ein gelungener Beitrag zum Universum und ein mutiger Schritt nach vorne.

Und auch wenn die Spekulationen natürlich weiterlaufen werden, dürfen gerade die Fans Yodas Worte nicht vergessen: Man muss im Moment sein, im Hier und Jetzt, die Zukunft im Auge behalten, aber nicht auf Kosten des Augenblicks.

 

Über Thorsten Reimnitz 848 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

1 Kommentar

  1. Star Wars ist ein beliebter Film, der der Grund dafür ist, dass es viele Episoden gibt, die gemacht wurden, und nach dem Lesen der Reveiws können wir sagen, dass es wirklich ein guter Film ist, den man sich ansehen kann.

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