6. Januar 1389: An der Universität zu Köln wird die erste Vorlesung gehalten

Die Universität zu Köln ist eine Hochschule in Köln mit dem klassischen Fächerspektrum einer Volluniversität. Am 15. Juni 2012 erhielt sie im Rahmen der dritten Hochschul-Exzellenzinitiative von Bund und Ländern den Exzellenzstatus.

Die 1388 (nur zwei Jahre nach Heidelberg) gegründete Alte Universität zählte zu den ältesten Universitäten in Europa. Sie wurde allerdings 1798 in der sogenannten Franzosenzeit geschlossen und erst 1919 als „neue Universität zu Köln“ wiedergegründet. Sie sollte nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verlust der Kaiser-Wilhelms-Universität zu Straßburg auch deren Tradition fortsetzen und die „deutsche Position am Rhein stärken“. Mit über 49.000 Studierenden im Wintersemester 2014/15 (Haupt- und Nebenhörer, ohne Promotionsstudierende, inkl. Kurzzeitstudierende) ist sie die drittgrößte Universität in Deutschland.

Die Universität zu Köln wurde am 21. Mai 1388 als vierte Universität im Heiligen Römischen Reich nach der Karls-Universität Prag (1348), der Universität Wien (1365) und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg (1386) gegründet. Die Initiative dazu ging nicht wie sonst üblich vom Kaiser oder einem Fürsten aus, sondern vom Rat der Freien Reichsstadt Köln, die auch die Kosten für den Lehrbetrieb übernahm und sich umfangreiche Vorteile für die Belebung der Stadt erhoffte. Die Gründungsurkunde wurde von Papst Urban VI. in Perugia unterzeichnet. Am 6. Januar 1389 wurde der Vorlesungsbetrieb aufgenommen. Die Hochschule war lange eine der großen Universitäten im Reich.

Am 28. April 1798 wurde die Universität von den 1794 in Köln eingerückten Franzosen genau wie 1795 die Universitäten in Frankreich und die Universität Mainz mit der Umwandlung in eine Zentralschule des Département de la Roer, genannt „Université de Cologne“, geschlossen.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen der Stadt und ihrer Bürger, eine neue Universität zu gründen, gescheitert. Erst 1919 gelang es, die preußische Staatsregierung zu überzeugen. Durch einen Beschluss des Rates der Stadt Köln wurde die städtische Universität neu gegründet. Am 29. Mai 1919 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer den Staatsvertrag mit Preußen.

Die Londoner Times berichtete skeptisch über die feierliche Eröffnungsveranstaltung im Gürzenich am 12. Juni 1919, wo neben Adenauer auch zwei Professoren und ein Unterstaatssekretär des Bildungsministeriums sprachen:

„Alle Redner waren sich in der Aussage einig, Deutschland könne nur mit geistiger oder intellektueller, nicht aber physischer Energie wiederaufgebaut werden. Der Oberbürgermeister sagte, die Macht Deutschlands sei gebrochen, und in diesen düsteren Stunden, mit dem Feind in der Mitte, könnten die Einwohner von Köln nur in die Zukunft blicken mit der Hoffnung, wenn auf geistigem Gebiete Fortschritt gemacht werde. In einer anderen Rede klang der Wunsch an, Köln möge Teil Deutschlands und Preußens bleiben. Das Publikum applaudierte, aber es war nicht zu erkennen, dass dies die Mehrheit war.“

Die Universität ging aus der ebenfalls städtischen, am 1. Mai 1901 gegründeten Handelshochschule Köln, der Hochschule für kommunale und soziale Verwaltung von 1912 sowie der ersten deutschen Akademie für praktische Medizin von 1904 hervor, die als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät beziehungsweise Medizinische Fakultät übernommen wurden. Als erster Rektor wurde Christian Eckert gewählt, der bis dahin die Handelshochschule geleitet hatte. Die Universität residierte in den für die Handelshochschule bis 26. Oktober 1907 am Römerpark, Südstadt, errichteten Gebäuden (jetzt durch die Technische Hochschule Köln genutzt) von 1919 bis 1934 (auch Alte Universität genannt). Hinzu kamen am 9. Januar 1920 die Rechtswissenschaftliche und am 3. Mai 1920 die Philosophische Fakultät, von der sich 1955 die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät abspaltete. Aufgrund der hohen Studentenzahlen wurde am 26. Oktober 1929 der Grundstein für das Hauptgebäude der neuen Universität gelegt; die Uni blieb bis 1. Oktober 1934 am Römerpark und zog danach in den von Adolf Abel errichteten Neubau an der Universitätsstraße ein, der am 5. April 1935 eingeweiht wurde.

Am 2. November 1934 konnte die Universität in den funktional schlichten Neubau im Inneren Grüngürtel Köln-Lindenthals nahe bei der Medizinischen Fakultät einziehen. Bereits 1925 war die Universität zu Köln nach der Friedrich-Wilhelms Universität in Berlin die zweitgrößte preußische Universität. 1980 wurden die beiden Kölner Abteilungen der Pädagogischen Hochschule Rheinland als Erziehungswissenschaftliche und Heilpädagogische Fakultät der Universität zu Köln angegliedert. Die Universität wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, dennoch begann 1945 wieder der Vorlesungsbetrieb. Allerdings überschritten die Kosten für den Wiederaufbau die Möglichkeiten der Stadt, unter deren alleiniger Trägerschaft die Universität bis 1954 stand. So wurde am 1. April 1954 die Universität zu Köln mit Wirkung vom 1. April 1953 durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen übernommen. Die Bindung an die Stadt und den Regierungsbezirk Köln wurde bis zum Jahre 2007, dem Inkrafttreten einer neuen Grundordnung, durch die Institution des Kuratoriums gewährleistet, in dem der Oberbürgermeister den Vorsitz führte. Darüber hinaus kooperiert die Universität mit vielen städtischen Einrichtungen und anderen Einrichtungen in der Stadt, wie zum Beispiel mit dem Rheinisch Westfälischen Wirtschaftsarchiv, der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und vielen städtischen Kliniken.

Der Ausbau der Universität begann mit dem Bau der Hörsaal- und Seminartrakte und des achtgeschossigen Seminar- und Bürohochhauses für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät von Wilhelm Riphahn zwischen 1956 und 1960. In dieser Fakultät hatte sich die Studierendenzahl zwischen 1949 und 1955 auf über 5000 nahezu verfünffacht. Gleichzeitig wurden für die Kölner Abteilungen der Pädagogischen Akademie Rheinland von Hans Schumacher (1955–1970) neue Gebäude jenseits der Dürener Straße errichtet, seit der Übernahme durch die Universität als Campus Nord geführt und Mitte der 1990er Jahre unter der Stadtkonservatorin Hiltrud Kier unter Denkmalschutz gestellt.[8][9] Die Universitätsbibliothek von Rolf Gutbrod und in Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Jürgen Hans Grümmer folgte 1966. Der Albertus-Magnus-Platz wurde durch die Absenkung und Deckelung der Universitätsstraße erweitert und von Jürgen Hans Grümmer mit Bodenmosaiken gestaltet. 1968 wurde das Hörsaalgebäude von Rolf Gutbrod und ebenfalls in Zusammenarbeit mit Grümmer als bildendem Künstler fertiggestellt. Das Freigelände zwischen Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, Hörsaalgebäude und Bibliothek ist Bestandteil des künstlerischen Gesamtkonzepts von Jürgen Hans Grümmer, der die Innengestaltungen von Hörsaalgebäude und Bibliothek mit Bodenmosaiken, Wandgestaltungen u.ä. nach außen sowohl durch Fassadengestaltung als auch Bodengestaltungen, Möblierung, gestalteten Bauminseln und Ruhezonen fortführte. Der Bau der Physikalischen und Chemischen Institute jenseits der Zülpicher Straße folgte zwischen 1968 und 1975. Mit dem Neubau des Philosophikums 1974 war der Campus der Universität im Wesentlichen fertig und Grümmer wurde damit beauftragt, das Forum in die künstlerische Gesamtgestaltung zwischen Hauptgebäude, Philosophikum und Hörsaalgebäude zu integrieren. Der Komplex des Klinikums mit den alten Gebäuden der Krankenanstalten Lindenburg wurde ab 1965 (Frauenklinik) bis 1974 (Bettenhaus des Zentralklinikums) modernisiert und erweitert. Der jenseits der Akademischen Lustwiese (Akaluwie) 1974 errichtete Neubau der Zentralmensa ist immer noch einer der modernsten und größten Studierenden-Speisebetriebe in Europa. Der Ausbau und die Modernisierung der Hochschulgebäude wird bis in die Gegenwart fortgeführt. Beispiele:

  • Neubau des Studierenden Service Center (SSC), Gebäude 102.
  • Ende 2013 wurde die Erneuerung der Natursteinfassade des Hauptgebäudes auf der Seite zum Albertus-Magnus-Platz abgeschlossen.
  • südlich des Hauptgebäudes entstand ein neues Seminargebäude („Gebäude 106“).
  • Im Frühjahr 2014 wurde der Neubau des Studierenden Service Centers neben dem Hauptgebäude der Universität fertiggestellt.

Seit 2003 tragen alle Gebäude Gebäudenummern.

Alle diese Anlagen liegen eingebettet in den Inneren Kölner Grüngürtel und bilden so einen innenstadtnahen zusammenhängenden Universitätscampus, der dennoch im Grünen liegt.


Quelle: Wikipedia, Artikel „Universität zu Köln
Autoren siehe hier

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern und zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*