Go Home, Great Britain, You’re Drunk! – Die Ausländerfeindlichkeit in England nimmt pythoneske Züge an

Eine Analyse

„Horribile Dictu“ sagt der Lateiner, „furchtbar, dass dies gesagt werden muss“, und genau so ist es. Dank des Nachrichtenaggregationsdienstes Rivva bin ich auf einen Artikel eines persönlichen Blogs aufmerksam gemacht worden, in dem eine Frau darüber schreibt, was ihre Schwester in England erlebt. Besagte Schwester kümmert sich seit 19 Jahren darum, dass Kinder einer Schule in einem so genannten „Problembezirk“ morgens ein Frühstück bekommen. Oder eigentlich sollte ich sagen, „kümmerte“, denn die Schulrektorin hat es ihr ab sofort verboten. Die Begründung?

“Die Eltern wollten nicht, dass ihre Kinder, Gemüse oder Obst bekämen, dass aus der EU komme.” Die Eltern seien überhaupt gegen die EU-Diktatur, die nicht nur Gurken norme und die Bananenkrümmung messe, sondern die grundsätzlich Obst und Gemüse als wertvollen Bestandteil jeder Ernährung propagiere, dabei entspräche dies nicht der Tradition eines englischen Frühstücks.

Musstet Ihr das auch zweimal lesen, um es zu glauben? Ach ja, „gewöhnliche“ Fremdenfeindlichkeit seitens der Eltern kommt übrigens auch noch dazu. Ich empfehle Euch dringend, diesen Artikel, der den Titel „Der vergiftete Apfel“ trägt, ganz durchzulesen. Er ist lang, gut geschrieben und allein schon deswegen lesenswert. Und natürlich wegen des Berichts, welche irren Blüten die Ausländerfeindlichkeit in England so treibt.

Ich persönlich musste dabei an einen Sketch von Monty Python denken. Sicherlich im Sinne der Pythons wäre es gewesen, die Fremdenfeindlichkeit ins Absurde drehen zu lassen, indem „ausländisches Obst“ abgelehnt wird (und man sich lobend über „rein britische Mangos“ auslässt), es gibt aber auch wirklich einen Monty-Python-Sketch, in dem die Gefährlichkeit von frischem Obst im Mittelpunkt steht: „Self Defence Against Fresh Fruit“. In diesem Segment mit ausgewählten Sketchen der Pythons kommt er an erster Stelle. Die Geschichte der Schwester von Read On ist grotesk und leider nicht zum Lachen, lachen wir deswegen über andere Grotesken:

 

Über Thorsten Reimnitz 821 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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