STAR WARS Comics Nr. 4: Darth Vader

(c) Panini Comics
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Was bisher geschah:
Die Rebellen haben die Fertigungsanlagen des Imperiums auf Cymoon sabotiert, dabei hatte Luke Skywalker eine verheerende Begegnung mit Darth Vader. Nicht nur ist Vader nun endgültig auf den machtbegabten Jungen aufmerksam geworden, Luke ist völlig am Boden zerstört, da er im Vergleich zu Vader ein wahrhaft blutiger Anfänger ist. Er kehrt nach Tattooine zurück, um in den Hinterlassenschaften von Obi-Wan Kenobi einen Hinweis auf die Wege der Jedi zu finden. Gleichzeitig suchen Prinzessin Leia und Han Solo nach einem neuen Versteck für die Rebellion, werden allerdings von einer merkwürdigen Erscheinung aufgespürt: Sana Solo – Han Solos Ehefrau…

„Ein Lord der Sith, der Fragen stellt und erwartet, dass ihm widerstandslos geantwortet wird? Ihr seid ein armseliger Schüler, wenn Ihr das glaubt.“

-Imperator Palpatine

Darth Vader tritt vor Imperator Palpatine, um die Verantwortung für die Vernichtung des Todessterns und des Angriffs der Rebellen auf Cymoon zu übernehmen. Und der Imperator ist mehr als Willens, ihn zu bestrafen. Mit der Vernichtung des Todessterns ist das Imperium instabil geworden, der Senat wurde abgeschafft und die Kampfstation, die den System Furcht vor dem Imperium einflößen sollte, ist vernichtet. Palpatine erkennt an, dass sowohl Tarkin als auch andere Führungsoffiziere die Verwundbarkeit des Todessterns falsch eingeschätzt hatten. Der einzige, der widersprach, war General Tagge (das war der General, der in der Konferenz der Führungsoffiziere auf dem Todesstern anmahnte, dass es möglich wäre, dass die Rebellen eine Schwäche in den Plänen entdecken und sie ausnutzen). Er konnte dem Desaster entkommen, bevor der Todesstern explodiert ist und der Imperator will kein Risiko eingehen: So lange der zweite Todesstern gebaut wird, hat Tagge das Kommando – auch über Vader. Außerdem trifft sich der Imperator mit einer zwielichtigen Person, über die er Vader jede Auskunft verweigert. Im Gegenzug verschweigt Vader, dass er Luke Skywalker entdeckt und Obi-Wan Kenobi im Duell gegenüber getreten ist. Er beginnt seine eigene Konspiration, allerdings bekommt er von Tagge – jetzt Großgeneral – einen Adjudanten zugeteilt, der ihn genau überwachen soll…

Rezension

„Jetzt aber kommen wir zu etwas völlig anderem“, so hieß es bei Monty Python immer. Und Monty Python hat wohl auch Einzug ins Star-Wars-Universum gefunden, denn zu keinem Zeitpunkt der Geschichte in diesem Heft kehren wir zu Luke oder Leia und Han zurück. Wir erfahren nicht, welche Entdeckung Luke in Obi-Wans Aufzeichnungen gemacht hat oder was es mit der geheimnisvollen „Ehefrau“ auf sich hat, die plötzlich aufgetaucht ist. Das ist ein kleines Manko.

Die Geschichte um Darth Vader hat es dafür in sich. In der „Thrawn-Trilogie“ wurde damals gesagt, Vader habe seinen Arm durch den Imperator verloren, weil er für die Zerstörung des Todessterns verantwortlich gewesen sei (was nicht stimmte, aber der Autor Timothy Zahn kannte die Prequels natürlich noch nicht). Das zeichnete ein ziemlich brutales Bild vom Imperator. Der Imperator des neuen „Expanded Universe“ ist nicht minder grausam, aber nicht auf die direkte Weise. Er entzieht Vader das Vertrauen, macht ihn zum Handlanger von Großgeneral Tagge und weiht ihn nicht in alle Pläne ein. Vader lässt das aber nicht auf sich sitzen und arbeitet an eigenen Plänen: Nicht nur will er genau wissen, wer dieser X-Wing-Pilot ist, der den Todesstern zerstört hat und Anakin Skywalkers Lichtschwert trägt, er will auch die Pläne des Imperators aufdecken und sich der Kontrolle von Tagge entziehen.

Die Erzählweise selbst ist für STAR WARS ein wenig ungewohnt: Zuerst wird ein Handlungsstrang erzählt, der sich mit den Rebellen beschäftigt („Skywalker schlägt zu!“), jetzt erfahren wir eine Geschichte rein aus der Perspektive von Darth Vader. Das erinnert stark an die Romane vom „Herrn der Ringe“, wo die Handlungsfäden von Frodo, Sam und Gollum auf der einen, und Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli auf der anderen Seite auch strikt getrennt erzählt wurden. Für den Film wurde das geändert, da die Erzählweise nicht so gut in ein visuelles Medium passt – und genau so ist es bei STAR WARS. Hier wird also ein anderer Stil verwendet, als in den Filmen, wobei ich selbst noch nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Ja, die Geschichte ist geradliniger, wenn sie nicht ständig unterbrochen wird, auf der anderen Seite würde ich aber auch gerne wissen, wie es bei den Rebellen weitergeht. Aber vorerst bleibt der Fokus auf Darth Vader. Mal sehen, was der Lord der Sith noch ausheckt.

Das nächste Heft ist für den 16. Dezember angekündigt, genau einen Tag vor der Premiere von EPISODE VII.

Über Thorsten Reimnitz 821 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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