STAR WARS Comics Nr. 3: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
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Was bisher geschah:
Der Versuch der Rebellen, die imperialen Anlagen von CYMOON zu sabotieren, gelingt. Doch es ist zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und dem Sith-Lord Darth Vader gekommen. Lukes Selbstvertrauen ist auf dem Nullpunkt, da er Vader nichts entgegenzusetzen hatte. Vader wiederum ist brennend daran interessiert, den Rebellen, der den Todesstern zerstört hat, in seine Finger zu bekommen. Er heuert Kopfgeldjäger an. Leia macht sich indessen Sorge um die Zukunft der Rebellion. Die Rebellen brauchen dringend eine neue Basis.

„Du hattest Recht. Ich sollte Dich lebendig ausliefern. Aber das heißt nur, Du solltest noch ‚atmen'“.

– Boba Fett

Luke Skywalker ist nach Tatooine zurückgekehrt. Er hofft, in Kenobis Hütte etwas zu finden, das ihn in seinem Streben, ein Jedi zu werden, weiterhelfen wird. Aber nicht nur er sucht in der Hütte nach etwas Brauchbarem, auch die Sandleute  – und ein skrupelloser Kopfgeldjäger…

Gleichzeitig brechen Leia Organa und Han Solo in einem gestohlenen Shuttle des Imperiums auf, um einen Planeten zu finden, auf dem sie eine neue Rebellenbasis errichten können (die alte auf dem Mond von Yavin IV musste geräumt werden, da sie ja dem Imperium bekannt war). Han verhält sich nicht sonderlich geschickt bei einer überraschenden Begegnung mit zwei TIE-Jägern und führt die Prinzessin notgedrungen zu einem alten Schmugglerversteck. Doch dort kommt es zu einer folgenschweren Begegnung…

Rezension

Jetzt erkennt man so langsam ein Muster: Während der Handlungsbogen um Luke und seinen Versuch, mehr Wissen über die Wege der Jedi herauszufinden, in diesem Heft ein vorläufiges Ende findet, beginnt ein anderer Handlungsbogen und Leia und Han Solo. Und der Handlungsbogen um Luke dürfte direkt in den nächsten führen, der in Heft 4 beginnt. Auch diesem Comic gelingt es, den Hintergrund der Filme mit Leben zu füllen. Das Auftreten von Boba Fett ist sehr gut umgesetzt, so dass man mehr über die Verbindung zwischen ihm und Vader erfährt (und das ist mehr als in „Das Imperium schlägt zurück“, wo ja nicht einmal sein Name genannt wird). Es gibt allerdings auch etwas, das mir etwas negativ aufgestoßen ist, da es sich hierbei allerdings um einen wichtigen Plot-Punkt handelt, hier estmal eine…

SPOILERWARNUNG! Ab hier Weiterlesen auf eigene Verantwortung!

Gene Roddenberry hatte für „Star Trek – The Next Generation“ etliche Vorgaben gemacht, was die Geschichten um die ENTERPRISE-D enthalten durften und was nicht. Unter anderem hatte er von vornherein ausgeschlossen, dass es Geschichten um plötzlich auftauchende Familienangehörige der Hauptfiguren, von denen man vorher noch nie gehört hatte, geben sollte. Roddenberry mag ein paar merkwürdige Entscheidungen um TNG getroffen haben, aber mit dieser Vorgabe hatte er absolut Recht. Eine Geschichte zu entwerfen, in der eine der Hauptfiguren plötzlich und überraschend Besuch von einem Verwandten bekommt, von dem noch nie zuvor die Rede war oder dass der Figur noch nicht mal bewusst war, dass es diesen Verwandten gibt, ist einfallslos und platt. Eine solche Geschichte schreibt sich fast von selbst, da das Spannungselement immer das gleiche ist: Die große Frage, wo kommt der / die Fremde her? Warum wusste man bisher nichts von ihm / ihr? Und wie reagiert die Hauptfigur auf die Anwesenheit dieser fremden Person, die gleichzeitig doch zur Familie gehört? Oder falls die Hauptfigur doch von der Existenz des Familienmitglieds wusste, warum hat sie es bisher geheimgehalten? Man sieht, die Möglichkeiten, eine Geschichte draus zu entwickeln, sind begrenzt.
Wenn man schon dergleichen einführen will, ist es wichtig, irgendwann mal vorher einen Fingerzeig zu geben, dass es da jemand geben könnte. Das ist wesentlich raffinierter, aber auch schwieriger, da der Fingerzeig nicht so auffällig sein darf, dass die Leser / Zuschauer schon ahnen, was da kommt.

Warum ich über sowas schreibe? Ganz einfach: Die Person, die Leia und Solo überrascht, als die beiden auf einem fremden Planeten unterwegs sind und eine Unterschlupfmöglichkeit für die Rebellen suchen, stellt sich als Sana Solo vor – Han Solos Frau! Das ist bemerkenswert besonders im Hinblick darauf, dass Han seit dem Abflug von der Rebellenflotte die ganze Zeit versucht, mit Leia zu flirten. Das Auftauchen einer Ehefrau erscheint hier nur als Trickeffekt, denn der Weg ist vorgezeichnet. Es gibt nur drei Möglichkeiten:

  • Sie ist wirklich Han Solos Frau. Das wäre… mäh.
  • Sie ist irgendwie Han Solos Frau, oder aber auch nicht wirklich. Auch… mäh.
  • Sie ist gar nicht Han Solos Frau. Das wäre… mäh.

Ich weiß nicht, was die Autoren geritten hat, schon in dieser frühen Phase des neuen Expanded Universe auf so einen Trick zurückzugreifen. Ich hoffe, dass die Auflösung dieser Geschichte im nächsten Heft doch irgendwie überraschender ist, als es sich im Moment ankündigt.

Bemerkenswert ist übrigens auch, dass die Enthüllung von Solos Frau den Cliffhanger dieses Handlungsstrangs bildet. Das ist ja gleich ein doppeltes Klischee.

Leider ein Minuspunkt in einer ansonsten gut gelungenen Geschichte. Was Luke Skywalker und Darth Vader angeht, so bin ich schon auf den neuen Handlungsbogen „Vader“ gespannt.

 

 

Über Thorsten Reimnitz 835 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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