STAR WARS Comics Nr. 1: Skywalker schlägt zu!

(c) Panini Comics
(c) Panini Comics

Der junge Rebellenpilot Luke Skywalker hat die größte Waffe des GALAKTISCHEN IMPERIUMS, den TODESSTERN, zerstört. Die imperialen Streitkräfte sind in Unruhe und die Rebellen versuchen, ihren Vorteil zu nutzen, indem sie in den fernen Tiefen des Weltraums eine wagemutige Offensive starten – in der Hoffnung, das Imperium ein für alle Mal zu besigen, um der Galaxis endlich wieder die Freiheit zurück zu bringen…

„Ich habe viele Väter getötet. Da musst Du schon konkreter werden.“

– Darth Vader zu Luke Skywalker

Die Offensive als „wagemutig“ zu bezeichnen, ist dabei noch eine Untertreibung: Ein kleines Vorauskommando, bestehend aus Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker, Chewbacca, R2D2 und C3PO dringt auf die corellianische Industriewelt CYMOON 1 vor. Sie wollen den Hauptreaktor der dortigen Fabrik zur Explosion bringen, was die Anlangen, in denen das Imperium einen großen Teil seiner Fahrzeuge fabrizieren lässt, zerstören würde. Zunächst funktioniert alles nach Plan, doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder: Luke entdeckt einen Zellentrakt mit Gefangenen, die er befreien will, der Millennium-Falke, der für die Flucht gedacht war, wird von einheimischen Plünderern auseinander genommen und außerdem trifft ein Unterhändler des Imperiums ein, der eigentlich darauf eingestellt ist, ein Geschäft mit Jabba dem Hutten unter Dach und Fach zu bringen: Darth Vader…

2015 – Das STAR-WARS-Jahr

Nun werden die Schatten, die die Episode VII von STAR WARS vorauswirft, immer massiver: Mit „Skywalker schlägt zu!“ beginnt das neue „Expanded Universe“. Nachdem Disney Lucasfilm übernommen hatte, wurde verkündet, dass das bisherige „Expanded Universe“, also alle Fortsetzungen der ursprünglichen Trilogie in Romanen, Comics und Spielen, für obsolet erklärt wird. Gültigkeit haben einzig und allein die Filme und die Serien „Clone Wars“ und „Star Wars Rebels“ – und alles, was neu produziert wird. Dazu wurde bei Lucasfilm ein Kreativteam eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, die Kontinuität in diesem neuen Universum zu überwachen. Tatsächlich gab es zuvor ja ein paar Widersprüche, da sich Autoren Dinge einfallen ließen, die nicht zu den Filmen passten oder im Nachhinein durch Ereignisse in den Serien wieder geändert wurden.

Das Kreativteam hat den großen Vorteil, dass es die Entwicklungen bei STAR WARS direkt beeinflusst und man nicht durch Filmhandlungen plötzlich unangenehme Überraschungen erleben kann. Bei der ersten STAR-WARS-Comicreihe, die Ende der 1970er Jahre produziert wurde, kommt es beispielsweise zu einer Begegnung zwischen Luke Skywalker und einem Fremden, der Obi-Wan Kenobi in jungen Jahren gekannt hat. Dieser Fremde berichtet, vor langer Zeit habe Obi-Wan dessen Heimatwelt mit „seinen beiden Schülern“ besucht: Anakin Skywalker und Darth Vader. Der Comic entstand, bevor „Das Imperium schlägt zurück“ in die Kinos kam und der Autor wusste nicht, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt.

Die „Lücken“ zwischen den offiziellen Filmen sollen „Nebenfilme“, Romane und Comics auffüllen. Der erste „Nebenfilm“, der davon handelt, wie die Rebellen am Anfang von Episode IV an die Baupläne des Todessterns gekommen sind, soll nächstes Jahr in die Kinos kommen. Die Roman-Reihe „Aftermath“, die die Ereignisse unmittelbar nach Episode VI behandelt, soll im September – zumindest auf Englisch – in den Buchhandel kommen. Und schon im Frühjahr wurde die neue Comic-Reihe gestartet, die in diesem Monat hochoffiziell bei Panini Comics auf Deutsch erscheint.

Rin in de Kartoffeln, rut ut de Kartoffeln*

Die erste Comic-Reihe in den 1970er und -80er Jahren wurde von Marvel Comics herausgebracht. Die Reihe wurde eingestellt, nachdem nach Episode VI der Hype abzuflachen begann und George Lucas erklärte, er werde die Prequels erstmal nicht in Angriff nehmen. Als STAR WARS wieder populärer wurde, erwarb die Comicschmiede Dark Horse die Rechte. Aber nachdem Lucasfilm und alle STAR-WARS-Rechte an Disney übergegangen waren, wollte der Mutterkonzern auch die Comics zu einer eigenen Firma heimholen: Marvel Comics, das 2009 von dem Konzern erworben worden war. Man kann sagen, die STAR-WARS-Comics sind wieder dort, wo sie mal angefangen haben.

Allerdings hat sich einiges geändert: die „alten“ Marvel-Comics hatten mehr als einmal das Problem, dass die Darstellungen die Filmcharaktere nicht sonderlich gut wiedergaben und oft nur entfernt an das jeweilige Vorbild erinnerten, außerdem war die Handlung häufig ziemlich übertrieben. Sie folgten außerdem keiner Richtung, da die Autoren ja – wie bereits erwähnt – nicht wussten, in welche Richtung der jeweils nächste Film gehen würde, also durfte nichts passieren, was eventuell der Filmreihe hätte widersprechen können. Entsprechend plätscherten die Geschichten so vor sich hin und die Autoren gaben sich redliche Mühe, zum Erscheinen der neuen Filme die Handlung so hinzubiegen, dass sie einigermaßen passte. Am besten gelungen war ihnen das tatsächlich aber in den Bänden, die unmittelbar vor Episode VI spielten und die tatsächlich beleuchteten, wie die Rebellen an die Pläne des zweiten Todessterns gekommen waren.

Nun ist alles anders. Zum einen sind die Filme und ihre überraschenden Wendungen bekannt, zum zweiten wurde mit John Cassaday ein Zeichner verpflichtet, der einen sehr realistischen Zeichenstil pflegt. Nicht nur sind die Filmcharaktere sehr gut zu erkennen, auch die Figuren, die neu dazu kommen, sind individuell und realistisch gestaltet. Aber halt… wir sind schon mitten drin in…

Die Handlung – Rezension

Das vorliegende Heft, das offiziell am 25. August erscheint, trägt die Nummer 1 und es beinhaltet die Hefte 1 und 2 der US-Ausgaben „Skywalker Strikes“. Die Hefte sind im amerikanischen Comicformat gehalten, haben 68 Seiten Umfang und sind durchgehend farbig. Neben den eigentlichen Comics beinhaltet das Heft zudem zehn Seiten mit redaktionellen Beiträgen, also Leserbriefen, Informationen zu Büchern und Spielen, sowie Zusatzinformationen zu Charakteren und Ausrüstungsgegenständen. Die redaktionellen Seiten zeigen, dass sich dieser Comic (auch) an ein jüngeres Publikum, die Geschichte selbst ist allerdings etwas völlig anderes, als die bunten Marvel-Comics von 1977. Im Gegenteil, auch wenn der Humor nicht zu kurz kommt, so ist die Handlung dramatisch gehalten und spannend geschrieben. Außerdem wird auf einen gewissen Realismus geachtet. Darth Vader ist ein skrupelloser Sith-Lord, der auch mal ein paar Sturmtruppler vor sich als lebende Schutzschilde schweben lässt, um Laserbeschuss abzuwehren. Und als es zu einer Begegnung zwischen ihm und Luke Skywalker kommt, ist Luke kein Gegner für ihn – natürlich nicht, Luke ist ja noch kein Jedi. Der dunkle Lord braucht nur zwei Handbewegungen, um Luke zu entwaffnen, und Luke braucht das Eingreifen seiner Freunde, um gut aus der Sache herauszukommen. Sehr gut wird in der Geschichte herausgearbeitet, wie Vaders Neugier an Luke geweckt wird, die ihn schließlich – am Anfang von „Das Imperium schlägt zurück“ – dazu bringen wird, die Galaxis nach dem jungen Rebellen zu durchsuchen, der den Todesstern zerstört hat.

Damit kommen wir zu einer natürlichen Klippe, die der Comic umschiffen muss, und das tut er verdammt gut: Das Interesse des Lesers zu wecken, damit dieser weiterlesen möchte, auch wenn man eigentlich schon weiß, wohin die Geschichte führen wird. „Skywalker Strikes“ beziehungsweise „Skywalker schlägt zu“ umfasst sechs Teile (also drei Hefte der deutschen Ausgabe) und ja, als ich am Ende von Heft 1 angekommen war, war – und bin – ich gespannt darauf, wie es jetzt wohl weitergeht.

zl;hng (zu lang; hab’s nicht gelesen**): Gesamteindruck

Diese Nummer 1 ist ein sehr vielversprechender Auftakt für das neue „Expanded Universe“ von STAR WARS. Panini hat zudem gut daran getan, mit der Zählung der Hefte von vorne zu beginnen, auch wenn zuvor schon 125 Ausgaben erschienen sind, denn es ist wirklich so, wie es die offizielle Mitteilung vom Verlag sagt: Der Beginn einer neuen Ära. Der Comic macht Lust auf mehr und wenn es so weitergeht, ist es eine gute Überbrückung bis zum Dezember, wenn wir dann endlich Episode VII im Kino sehen dürfen.

Der offizielle Erscheinungstermin für Heft 1 ist der 25. August, aber schon am 22. August wird der STAR-WARS-Comic-Tag gefeiert. In vielen Comic-Shops wird an diesem Tag mit einem Gratis-Comic, exklusiven Variant-Cover-Editionen der Nummer eins, natürlich auch der Normalausgabe und weiteren Aktionen rund um den Krieg der Sterne die neue Star-Wars-Comic-Ära eingeläutet.

Hier im COMMUNIQUÉ werde ich auch in Zukunft einen Blick in die Hefte werfen, hoffentlich ohne zu viel zu verraten. Heft 2 ist für den 23. September angekündigt.

—-

* = auf Hochdeutsch: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, umschreibt ein wörtliches „hin und her“, zuerst macht man das eine und dann doch wieder das andere.

** = Wörtliche Übersetzung von „tl;dr“ = „too long; didn’t read“. Definition laut der Wikipedia: „„[Der Text war] zu lang; [ich habe ihn] nicht gelesen“, wird als Antwort auf einen als überlang empfundenen Beitrag gesetzt. Die Abkürzung wird manchmal auch vom Autor eines längeren Beitrags selbst ergänzt und leitet dann eine kurze Zusammenfassung ein.“ [Eintrag in der Wikipedia siehe hier, Autoren hier, der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar]

 

Über Thorsten Reimnitz 831 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*