30 Jahre „Das Phantastische Projekt“ – Der phantastische Beitrag

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1985

In den Top 10 war gerade Falco mit „Rock Me Amadeus“ ganz oben, Deutschland war zweigeteilt in Ost und West (allerdings nur noch für fünf Jahre, was zum damaligen Zeitpunkt aber noch keiner ahnte), Commodore stellte den Amiga Heimcomputer vor und Daniel Küblböck, der Jahre später durch die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ wuseln sollte, wurde geboren. Und noch etwas anderes entstand in diesem Jahr, genauer gesagt, im August: die Idee, die später „Das Phantastische Projekt“ werden sollte.

Schreiben hatte mich schon immer fasziniert und Geschichten ausdenken auch. Meine Idee war: Wenn ich vielleicht jeden Tag – so wie bei Tagebucheinträgen – ein wenig an einer Geschichte schrieb, könnte daraus Stück für Stück etwas größeres werden.

In diesem Jahr verbrachte ich einen Teil der Sommerferien – wie schon häufiger zuvor – bei Verwandten in der Nähe meiner Geburtsstadt Diez. Am 7. August machten wir eine Tour nach Limburg und in einem Geschäft kaufte ich mir ein Tagebuch in der Art, wie sie damals gerade modern waren: im China-Stil. Beziehungsweise, wenn das stimmt, was in den Büchern eingedruckt ist, dann wurden sie auch tatsächlich in China – in Shanghai – hergestellt.

Am Abend schließlich fing ich an mit meinem „Epos“, und der erste Satz, den ich schrieb, lautete: „Irgendwo im Weltall, fern der Erde, lag ein Planet…“ Und damit fing alles an.

Aus Bucheinträgen wurden mit Schreibmaschine beschriebene Seiten. Als ich eine neue Struktur in die Geschichten brachte, schrieb ich das ganze Konzept erneut ab (ja, liebe Kinder, so war das damals, nix mit „halt mal schnell auf dem Bildschirm ändern“, Manuskripte wurden handkorrigiert und dann nochmal abgetippt). Schließlich „hackte“ ich es in den Computer und schrieb und schrieb…

Parallel begann ich mit dem Filmen. 1987 bekam ich meine erste Filmkamera zum Geburtstag, noch im Format SUPER 8. Aber auch hier gab es noch unüberwindbare Hürden: Wer sollte diese Filme, die ich damals erstellte, jemals zu Gesicht bekommen? Eine Veröffentlichungsplattform gab es noch nicht. Trotzdem filmte ich weiter und weiter, wechselte zu Video und kaufte mir schließlich einen Casablanca Schnittcomputer von MacroSystem (allerdings gebraucht bei eBay). Hier begann ich, erstmals mit digitalem Schnitt zu experimentieren.

Die Bemühungen waren dabei nicht immer von Erfolg gekrönt, bedingt dadurch, dass ich zwischen 1987 und 1994 zwei Schulabschlüsse (Mittlere Reife und Fachhochschulreife) machte, eine Ausbildung anfing, dann in den Zivildienst ging und eine weitere Ausbildung aufnahm, war das Nebenbei nicht immer einfach zu organisieren. Mal ganz davon abgesehen, dass sich mein soziales Umfeld ständig änderte. Eben, auch soziale Netzwerke im Internet gab es damals noch nicht, und viele Kontakte, die ich aufgebaut hatte, gingen im Lauf der Zeit verloren. Auch scheiterten so viele kleine Dinge, zum Beispiel versuchte ich, für die Videoreihe mir T-Shirts im Stil einer Uniform, wie sie Sternflotten-Offiziere tragen würden, bedrucken zu lassen. Es gab damals in der Stadt nur einen Laden, der das machte – und es war eine Katastrophe. Über vier Monate hinweg war ich mindestens einmal die Woche in dem Laden und der Auftrag für das Probe-T-Shirt, der eine Woche hätte dauern sollen, zog sich über 16 Wochen hin. Und das Resultat war eher… na ja.

Aber langsam begann, das Zeitalter des Internets zu dämmern. Manche Dinge wurden einfacher. Zum Beispiel Texte zu publizieren. Ja, selbst gedruckte Bücher herauszubringen. Und letzten Endes auch Videos. So konnte ich einige Ideen, die ich schon lang mit mir herumtrug, endlich realisieren. Zwar lief es auch weiterhin nicht immer glatt, aber parallel durfte ich einige Erfahrungen machen, bei denen ich vieles lernte, was mit später half.

Und nun sitze ich hier und schreibe einen Text für den Tag, an dem sich der Anfang zum 30. Mal jährt.

Heute

Aber genug der Nostalgie – was gibt es für die Zukunft? Zunächst mal bei den beiden Hauptseiten: da bleibt es wie gehabt. Das STAR COMMAND Communiqué hat sich etabliert und wird gelesen, deswegen werden hier weiter die Texte veröffentlicht, auf der Seite vom „Phantastischen Projekt“ direkt die ganzen Videos.

Die Videoreihe vom Phantastischen Projekt wird sich etwas ändern, auf dem Kanal werden in Zukunft mehr „Making of“- und „Hinter den Kulissen“-Videos erscheinen, da ich den fiktiven Handlungsstrang, den ich bisher verfolgt habe – und auch weiter verfolgen werde -, zusammen mit den Rezensionen auf einen eigenen Science-Fiction-Kanal verlegen möchte. Das wird in Zukunft ASTROCOHORS sein.

Die Entwicklungen der anderen Abteilungen, sowohl die ErlebnisPostille, als auch Summertime Parcs, haben schon begonnen und gehen einfach weiter.

Quysthali soll auch weitergehen, aber ich muss hier erst noch die richtige Motivation finden. Mich entsetzt immer mehr, wenn ich mitbekomme, wie erwachsene Menschen solche Fiktionen, wie ich sie in meinen Geschichten verarbeite, für bare Münze nehmen und an unheimliche Mächte oder magische Kräfte glauben, wobei sie jede Rationalität hinter sich lassen. Da weiß ich noch nicht ganz, wie ich weitermache.

In diesem Sinne – weiter geht’s!

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Über Thorsten Reimnitz 841 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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