Die April-Scherze des Tages

In dem Moment, da dieser Beitrag veröffentlicht wird, ist es nur noch eine Minute bis Mitternacht – und der 1. April geht nur noch eine Minute. Deswegen kann ich hier nun meine persönliche Hitliste der heutigen Aprilscherze veröffentlichen, die so durchs Internet geisterten, weil der „Scherztag“ selbst ja fast vorüber ist. Und es erstaunt mich, was für ein Aufwand teilweise betrieben wurde.

  • Der Verkauf von NICHTLUSTIG und RUTHE.DE

Das ist der erste Scherz, auf den ich aufmerksam wurde, weil NICHTLUSTIG gleich um Mitternacht auf Facebook eine Ankündigung publizierte: Cartoonist Joscha Sauer müsse die Webseite an seinen Kollegen Ralf Ruthe verkaufen, aus finanziellen Gründen. Rief man www.nichtlustig.de auf, zeigte die Seite das Design von www.ruthe.de. Doch rief man dann www.ruthe.de auf, zeigte sich diese Seite im Desgin von NICHTLUSTIG und Ralf Ruthe erklärte, er müsse aus finanziellen Gründen seine Webseite an Joscha Sauer verkaufen. Eine geniale Idee und sehr schön umgesetzt. Erfordert sogar ein bisschen nachdenken, um hinter den Scherz zu kommen.

  • Thomas Knüwer geht zur WAZ

Dieser Aprilscherz erschien in meinen RSS-Feeds: „Warum ich zur WAZ gehe„, schreibt Thomas Knüwer auf „Indiskretion Ehrensache“ und legt dar, dass Bodo Hombach persönlich ihn nach einem WAZ-kritischen Beitrag kontaktiert habe und er jetzt Chefredakteur der gedruckten WAZ werde. Sollte sich diese Nachricht am 2. April als Wahrheit herausstellen, wär das allerdings ein noch viel größerer Aprilscherz.

  • Die Abschaltung des Internets auf „tagesschau.de“

Niemand geringeres als DIE Tagesschau vermeldet, dass die letzte zur Verfügung stehende IP-Adresse vergeben wurde. Da ein Computer eine solche Adresse braucht, um im Internet unterwegs zu sein, müsse man die System umstellen und werde deswegen ab Karfreitag Morgen für 24 Stunden das Internet abschalten. Dieser Scherz hat sogar eine Art pädagogischen Hintergrund, weil nochmal erklärt wird, was eine IP-Adresse ist. Ach ja, in einem Interview kommt Computerexperte Jörg Schieb zu Wort, der ein „Versagen auf breiter Basis“ sieht. Klickt man den in dem Interview angegebenen Link zum Thema „Upgraden“ an, landet man auf einer Seite, in der man über den Aprilscherz aufgeklärt wird.

  • Die neuen „Google Wave Notifications“

Dieser Scherz kommt von Google selbst und wurde mit ziemlichen Aufwand erstellt: Im offiziellen „Google Wave Blog“ wird über eine neue Funktion von „Google Wave“ berichtet. Ein Mitarbeiter von Google (Doktor Wave), ein Typ im Laborkittel, kommt persönlich vorbei und winkt, um anzuzeigen, dass man eine neue Mitteilung über Google Wave erhalten hat (was ein Wortspiel ist: „wave“ heißt im Englischen nicht nur „Welle“, sondern auch „winken“). In einemVideo wird gezeigt, wie „Doktor Wave“ eingerichtet wird und wie er funktioniert. Den Beitrag – leider nur in Englisch – muss man unbedingt lesen / anschauen, der ist genial.

  • Lena Mayer-Landrut darf nicht zum „Eurovision Song Contest“ nach Oslo

t-online wartet mit der Meldung auf, dass sich herausgestellt habe, dass das Siegerlied aus „Unser Star für Oslo“ ursprünglich von Ralph Siegel (!!) geschrieben worden sei und dieser nun seine Urheberrechte geltend mache. Deswegen sei es fraglich, ob Lena Mayer-Landrut beim Song Contest überhaupt auftreten darf.

  • Google Japan berichtet über eine Tastatur, die wie ein Schlagzeug angeordnet ist

Wenn diese englische Übersetzung der Webseite von Google Japan stimmt, dann geht es darum, dass eine Standard-Tastatur nicht genügend Tasten hat, um die vielen japanischen Schriftzeichen abzubilden, und dass man mit der „Schlagzeug-Tastatur“ dem angeblich abhelfen will.

  • Google kauft Island

Das Blog „Anmut und Demut“ hat sich hier ebenfalls viel Mühe gegeben: Der Bloghintergrund wurde mit der isländischen Flagge gestaltet und die Meldung verbreitet, dass Google den bankrotten Staat Island kauft, wegen der geschickten Lage zwischen Amerika und Europa und weil man mit Erdwärme die vielen Server betreiben könne, die Google so braucht.

  • Und nochmal Google: MeatView und FatWords

Google muss heute für einiges herhalten, aber sie machen es ja selber auch. In dem Fall aber ist es das Blog internetkapitäne.de, das über zwei neue Entwicklungen aus den Google Labs berichtet MeatView (bei dem man sich das Fleisch in Form von Kühen ansehen kann, bevor es auf dem Teller landet – ich hatte Angesichts der Überschrift schon gedacht, hier werden Bilder von sich am Strand räkelnden Damen gezeigt) und FatWords (Werbeanzeigen auf Hamburgern).

Noch ein Hinweis: Dies ist meine ganz persönliche Auswahl. Sollte jemand noch etwas dazu beitragen wollen, schreibt es in die Kommentare.

Über Thorsten Reimnitz 831 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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