naja es geht schon besa!! is nicht sou prickelnt!!!

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Nennt mich alt, aber als ich kürzlich auf einer Seite eines Sozialnetzwerks eine Anwendung einrichten wollte, stieß ich auf folgende Zeilen:

naja es geht schon besa!! is nicht sou prickelnt!!! andere sind echt um einiges bessa!! nehmt euch b******!! da is was drin…

Hierbei handelte es sich um eine „Kritik“ zu der Anwendung. Natürlich wollte ich, bevor ich sie selbst einrichte, wissen, was andere Mitglieder dazu sagen. Und das war der Moment, wo ich ehrlich und echt zu zweifeln begann. Ich habe mir dann erlaubt, das Profil der Dame – denn es war eine weibliche Schreiberin – anzusehen. 14 Jahre ist sie alt. Ich sehe ja schon über die Tatsache hinweg, dass die Großschreibung von Substantiven offenbar für sie genauso ein Fremdwort ist wie das Wort „Substantiv“. Oder auch dass man Worte ihres letzten Buchstabens beraubt („is“). Äh ja, und die nicht vorhandene Verwendung des Kommas. Ich wäre sogar bereit gewesen, einen gewissen Tippfehlerbonus zu geben. Aber dafür stecken in diesen 5 Sätzen einfach zu viele Dinge, die die deutsche Sprache so nicht kennt. Von der Tatsache, dass sie ihre Version des Wortes „besser“ gleich auf zwei verschiedene Arten falsch schreibt, und das gerade mal zwei Sätze auseinander.

Irgendjemand hat mal behauptet, dass man im Internet häufig gezwungen ist, sich schriftlich auszudrücken, würde Schriftssprache und Ausdrucksweise verbessern. Kann mir mal einer sagen, wo? Die junge Dame ist 14, das heißt, sie marschiert bereits auf ihren Schulabschluss zu, je nachdem welche Schule sie besucht, früher oder später. Und wenn ich sowas lese, wundert mich eigentlich auch das schlechte Abschneiden beim Pisa-Test nicht. Sprache unterliegt Wandel, das ist richtig. Aber wir sollten uns doch noch auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Denn sonst weiß irgendwann niemand mehr, was der andere mit seinen geschriebenen Worten ausdrücken will. Woran mag es liegen? Bequemlichkeit? Mangelhafter Deutschunterricht? Oder nichts von beidem? Oder beides zusammen?

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Über Thorsten Reimnitz 844 Artikel

Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist „Das Phantastische Projekt“ mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

2 Kommentare

  1. Man hat sich aber irgendwann mal auf einen Standard als „Hochdeutsch“ geeinigt, damit zumindest schriftsprachlich in ganz Deutschland verstanden wird, was man meint. Und zwar ohne dass man einen Text mehrmals lesen muss. Sozusagen „auf einen Blick“. Alles andere macht es sehr mühsam, den Sinn eines Textes zu erfassen.

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