CSI: Miami Staffel 6 – Ein kleiner Blick

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Vor vielen Jahren war ich mal auf einer STAR-TREK-Convention, wo ein Mitarbeiter von Paramount (Eric Stillwell) Formulare ausgab, mit denen man Drehbücher für STAR-TREK-Episoden einreichen konnte. Gleichzeitig gab er noch Tipps, welche Drehbücher auf gar keinen Fall genommen würden. Ein Beispiel waren solche, deren Spezialeffekte das Budget einer Fernsehserie sprengen. Ein anderes Beispiel war eine Episode, die irgendwelche Verwandten von Hauptpersonen in Spiel bringt, von denen man noch nie vorher gehört hat, der verschollene Bruder oder irgendwelche unehelichen Kinder. Tatsächlich, meinte Stillwell damals, sei es ein schlechtes Zeichen, wenn eine Fernsehserie auf sowas zurückgreife. Daran könnte man nämlich in den meisten Fällen sehen, dass den Autoren die Ideen ausgehen und die Serie am Ende sei.

Nun läuft seit dem Herbst die 6. Staffel von „CSI: Miami“, und was haben wir gesehen? Es wird ein uneheliches Kind von Horatio Caine ins Spiel gebracht, von dem wir (und Caine) noch nie zuvor gehört haben. In den 16 Folgen, die bisher im deutschen Fernsehen zu sehen waren (von insgesamt 21) widmet sich dann auch ein Großteil der Handlung diesem neuen Vater-Sohn-Verhältnis und bringt schließlich auch noch die Mutter mit ins Spiel.

Ich persönlich habe diese Entwicklung mit Bauchschmerzen gesehen. Ja, natürlich sollen die Geschichten um das CSI-Team auch eine persönliche Komponente beinhalten, aber dass man gleich auf solche Mittel zurückgreift? Vor allem, da die Handlung gerade mit dem Sorgerechtsstreit zwischen Caine und der Mutter seines Sohnes sehr arg an eine Seifenoper erinnert und eigentlich dem Niveau von CSI nicht angemessen ist. In einem Interview zur 5. Staffel haben die Produzenten gemeint, sie würden gern in „Trilogien“ arbeiten. Staffel 1 bis 3 der Serie behandelte die Geschichte um Horatios Bruder, Staffel 4 bis 6 Horatios Vergangenheit. Insofern bleibt zu hoffen, dass die Trilogie, die mit Staffel 7 eingeläutet wird, sich einem neuen, anderen Thema widmet.

Es kommt noch ein weiteres Problem dazu: Eine ähnliche Handlung wurde bereits in „CSI: NY“ etabliert. Dort erfährt Mac Taylor, dass seine tote Ehefrau Claire ein Kind hatte, das sie zur Adoption freigegeben hat. Dieses Kind, ein Sohn, steht schließlich vor Macs Tür und gerät am Ende der derzeit bei uns laufenden 4. Staffel in Schwierigkeiten, aus denen ihn Mac rausholen muss. Das klingt sehr vertraut, denn auch Caines Sohn gerät in Schwierigkeiten und wird sogar festgenommen.

Was mir persönlich wiederum recht gut gefallen hat, war der langsame Wiedereinstieg von Ryan Wolfe ins Team nach seiner Suspendierung und die verschiedenen Jobs, die er bis dahin machen musste (Schießstand, Personenschutz, Sachverständiger, Gerichtsmedizin). Hier wurde sich Zeit gelassen, die Sache zu entwickeln. Ein weiterer Höhepunkt war für mich die Rückkehr von Tim „Speed“ Speedle in „Im Schatten von Tim Speedle“ (Original: „Bang Bang – Your Debt“).

Fünf Folgen „CSI: Miami“ der 6. Staffel fehlen noch. In diesen fünf Folgen wird noch einiges passieren, allerdings müssten sie dazu erstmal ausgestrahlt werden. RTL hat die Ausstrahlung der (für Deutschland) aktuellen Staffel vor Weihnachten unterbrochen und zeigt seither Wiederholungen. Von den nächsten zwei Episoden sind zwar schon deutsche Titel bekannt, aber offenbar noch keine Termine. Warten wir ab, ob es das Staffelfinale schafft, die Geschichte um Caines Sohne wieder aufzuwiegen, so dass sich im Schnitt doch eine gute Staffel „CSI: Miami“ ergibt.

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Über Thorsten Reimnitz 842 Artikel

Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist „Das Phantastische Projekt“ mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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