Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels [Rezension]

Okay, nun also auch ich, nachdem dieser Film schon auf mehreren Seiten besprochen wurde, weswegen ich hier nicht so sehr auf die Handlung eingehen werde. Die „Fünf Filmfreunde“ waren mit dem Drehbuch nicht einverstanden, 7 von 10 Punkten vergibt APTGETUPDATE, im Blog vom Websenat fand man den Film „komisch“ und „Wortvogel“ Torsten Dewi ist begeistert (und lässt in seinem Artikel zu Anfang nochmal die Geschichte der Cliffhanger-Serials, auf die die Indiana-Jones-Reihe aufbaut, sowie die Geschichte der Filmserie – einschließlich nachfolgender Produkte wie Computerspiele -Revue passieren).

Und ich? Mir hat er gefallen. Ehrlich gesagt kann ich manche Kritik nicht ganz nachvollziehen. Natürlich hatte er Momente, die auch ich nicht ganz so gelungen fand (Beispiel Stichwort „Tarzan“), aber das Gesamtbild passt. Ich muss sagen, dass ich die Idee, wie der Kristallschädel entstand, recht gut fand (ich will nicht mehr dazu sagen, denn dazu müsste ich einen Teil der Handlung verraten), denn hier wurde aus zwei bekannten Motiven ein neuer Zusammenhang hergestellt. Und der war sogar originell.

Was die Trickeffekte betrifft, natürlich wurde in dem Film eine Menge CGI verwendet. Aber was soll’s? Das ist eben die Technik der Jetztzeit. Was den Realismus betrifft, da steht der neue Film den alten in nichts nach. Ob Indy nun mit Hilfe eines Haushaltsgeräts eine Explosion übersteht (Indy 4) oder mit einem Schlauchboot den Sturz aus einem Flugzeug im Gebirge (Indy 2), Helden sind nunmal dafür Helden, dass sie sowas schaffen. Und was manche schon als Frevel empfanden, nämlich dass der Star-Wars-Satz „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl.“ (Original: „I have a bad feeling about this.“) zitiert wird, fand ich – neben einigen anderen Filmzitaten – einfach nur herrlich. An dieser Stelle mein Kompliment an die Synchronisation, die den Gag erkannte und das Zitat so übersetzte, wie es auch in den deutschen Versionen der Star-Wars-Filme verwendet wird.

Harrison Ford ist natürlich nicht jünger geworden in den letzten 19 Jahren seit „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Das tut dem Film aber keinen Abbruch und in der Szene unter der Fallout-Dusche sieht man, dass er doch noch recht gut trainiert ist. Karen Allen als Marion schlägt nicht nur von der Handlung, sondern auch von ihrem Auftreten her die Brücke zum ersten Film. Und Shia LaBoeuf als „Mutt“ macht seine Sache richtig gut. An dieser Stelle noch eine weitere lobende Erwähnung der Synchronisation, die sowohl für Indy als auch für Marion die bekannten Synchronstimmen verwendet haben (gerade Harrison Ford wurde ja in Filmen nach „Der letzte Kreuzzug“ gerne mal von anderen Sprechern eingedeutscht).

Die Musik: John Williams. Mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden. Nur eins: Manche haben sich darüber beschwert, dass das Indiana-Jones-Thema am Anfang des Films nicht kam. Das Indiana-Jones-Thema kam in keinem der Filme direkt am Anfang vor, erst an einer Schlüsselstelle – wie auch im vierten Teil.

Ich kann den Film nur empfehlen, er ist gute Unterhaltung mit guten Schauspielern. Er hat mir gefallen. Natürlich kann man auch anderer Meinung sein, aber Kommentare wie dass die Filmreihe „vergewaltigt“ oder „getötet“ worden sei, finde ich arg extrem. Den Untergang des Abendlandes wird dieser Film nicht einläuten, auch wenn er manchen nicht gefallen hat.

Über Thorsten Reimnitz 821 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

1 Kommentar

  1. So, jetzt kann ich auch mitreden. Ich fand ihn okaaay, würde ihn aber noch vor Teil 2 einordnen (den, wäre es kein Indiana Jones-Film, ich nicht mal anspucken würde, wenn er in der Wüste verdurstete). Meine Gefühle würde ich wiefolgt zusammenfassen:
    Als ich damals aus „Die Mumie“ rauskam, dachte ich mir „Hey, prima Streifen, aber Indiana Jones ist es ja nicht gerade“. Gestern kam ich aus Indy IV und dachte „Hey, unterhaltsam, aber an „Die Mumie“ kommt es ja nicht wirklich ran.“
    Und ja, durch die Feuerameisen war die Assoziation natürlich gegeben.

    Die ersten 40 Minuten des Films waren dabei noch richtig vielversprechend. Okay, was für ein Kühlschrank, aber nun ja, das fand ich verzeihbar, es warnte uns schon mal vor: „Diesen Film nicht ernstnehmen!“

    Irgendwo ab den Capoeira-Ninjas in Mexiko schwante mir, dass der Film wohl doch nicht so dolle sein wird. Und ja, Tarzan und die CGI-Affen waren der Tiefpunkt. Aber auch so fand ich, dass einiges verschenkt wurde. Ich erwarte bei einem Indy-Film weiß Gott keinen Tiefgang à la Rain Man. Aber in Teil 3 war die Beziehung zwischen Vater und Sohn sicherlich nicht einfach. Hier war das gleiche Szenario (Horridoo für soviel Einfallsreichtum) eher flach und nur Aufhänger für den „Sohn?!“-Running Gag. Das war nett, aber da hätte man mehr machen können. Auch die Wiederbegegnung zwischen Marion und Indy war eher lieblos. „Du hast mich sitzenlassen, ach, das ist übrigens dein Sohn.“ – „ich liebe dich noch!“ – „Oh, na dann, und jetzt Action!“ Wiederum – nett, aber irgendwie nicht passend zum teilweise sehr gut eingefangenen Altmodischen. Und da kommt es jetzt – ich fand, Indy war richtig gut, sobald sie die alten Tugenden ausgespielt haben. Ein Geheimgang mit Wippe? Super! Verfolgungsjagd durch die Universität? Yeah, baby! Inschriften in alten Zellen? Fein! Wobei das ein lausiger Hinweis war. Man muss nur Return sagen und der Prof spurt wieder? Naja…
    Aliens mit El Dorado zu verbinden fand ich übrigens okay. Was mich eher gestört hat, war der totale Verlust des Wundersamen. Man könnte argumentieren, dass Indy nach 60 Jahren schon so ziemlich alles gesehen hat. Aber dennoch: In den früheren Filmen wären ihm die Ausgen rausgequollen beim Anblick einer Kammer, die über und über gefüllt ist mit Schätzen aus verschiedensten Epochen. Hier läuft er eiskalt nur durch und murmelt kurz „Ach, die waren auch Archäologen!“ Urplötzlich ist John Hurt im Film nicht mehr geistig verwirrt. Indy: „Oh, welcome back!“ Die Leute kann echt nix mehr erschüttern…
    Ansonsten: Plotlöcher so groß wie der Grand Canyon. Dennoch: Eine nette Achterbahnfahrt, in Sachen Wasserfällen von den Machern offensichtlich wörtlich genommen.

    Abschließender Gedanke: George Lucas möchte einen fünften Film machen, in welchem Vater Harrison quasi endgültig das Szepter an den Sohn übergibt. Doch wie heißt die Filmreihe dann? Mutti Jones? Irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Name nicht so gut ankäme…

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