Vorratsdatenspeicherung: Maßnahmen für Blogs und Foren

Laut einem Urteil des Amtsgericht Berlin-Mitte darf die IP-Adresse eines Webseitenbesuchers nicht länger gespeichert werden als er sich auf der Seite aufhält. Soll heißen: Laut diesem Urteil muss die IP-Adresse wieder gelöscht werden, sobald ein Besucher eine Webseite wieder verlässt. Was das genau bedeutet, wird auf Advisign sehr schön und fachkompetent erläutert. Dort werden auch ein paar praktische Tipps gegeben, so zum Beispiel, dass man IPs nicht unnötig speichern sollte. Das ergibt bei manchen Programmen, die heute vielfach im Internet im Einsatz sind, ein kleines Problem. Nehmen wir nur WordPress, mit dem auch dieses Blog betrieben wird: die IP-Erfassung vom Kommentatoren ist dort standardmäßig implementiert. Oder phbBB, die Foren-Software, bei der die IP jedes Beitragsschreibers erfasst wird.

Zum Glück kann man da Abhilfe schaffen: Auf daten-speicherung.de gibt es einen Beitrag darüber, wie man diese Funktionen bei MediaWiki (noch so ein Kandidat, bei dem die IPs von Beitragsschreibern erfasst wird) und WordPress deaktivieren kann. Im Fall von WordPress ist das sogar recht einfach, wie wir selbst feststellen durften, einfach das im Beitrag beschriebene Plugin herunterladen, in den Plugin-Ordner von WordPress auf dem Server übertragen, dann im Admin-Menü das Plugin aktivieren – fertig! Schon werden keine IPs mehr abgespeichert.

Für phpBB wird auf einen Beitrag im Wiki von vorratsdatenspeicherung.de hingewiesen. Bei dieser Software ist es nicht ganz so einfach, hier muss eine php-Datei durch eine modifizierte ersetzt werden. Aber auch das ist im Prinzip kein Hexenwerk. Zur Sicherheit ein Backup anlegen, die modifizierte Datei („common.php“) auf den Server hochladen, so dass sie die vorhandene ersetzt und dann überprüfen, ob das Forum noch korrekt arbeitet – et voilà, das war’s. Der entsprechende Beitrag findet sich hier, leider ist der Hinweis auf die Datei, die man sich für die Version phpBB 2.0.22 herunterladen soll, etwas verwirrend, da der Dateiname selbst ohne Link ist. Einen Absatz später wird auf ein zip-Verzeichnis verwiesen, das die Datei für die Version 3.0Beta5 enthält, dieses Verzeichnis enthält auch die Version 2.0.22!

Wir haben uns gleich daran gemacht, die Software von Blog und Forum zu modifizieren, so dass nun keine Speicherung mehr stattfindet. Leider bedeutet das auch das vorläufige „Aus“ für Google Analytics, mit dem wir eigentlich die Zugriffe auf unsere Web-Romane auswerten wollten, denn wie es auf der oben bereits erwähnten Seite von Advisign heißt, ist es laut dem Gericht nicht ausreichend, wenn IPs auf einem gesicherten Server gespeichert werden. Bleibt eigentlich nur übrig, den Ratschlägen am Ende des Beitrags zu folgen, überflüssige IP-Speicherungen abzustellen und ansonsten erst einmal abzuwarten, was sich weiter ergibt.

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