Web 2.0: Wie man verschiedene Bäume von ganz schön weit weg erkennt

Beiträge brauchen Leser. So viel ist sicher. Der Rest ist eher nicht sicher. Wenn jemand ein Blog schreibt, hat er – bewusst oder unbewusst – ein Auge darauf, ob jemand diesen oder jenen Beitrag liest. Die Statistik des Blogs hilft ihm dabei. Das ist gut. Oder auch nicht.

Leider zeigt die Statistik nämlich nur an, wie viele Menschen einen Beitrag angesehen haben und mit welchen Suchbegriffen sie darauf kamen. Und gerade mit den Suchbegriffen ist das so eine Sache. Es ist eins, wenn man bei Blogscout auf Platz 1204 auftaucht und jemand das interessant genug findet, sich dieses Werk einmal anzusehen. Die Suchbegriffe sind etwas anderes. So gibt es zum Beispiel in diesem Blog einen Beitrag, in dem über das Buch „Der Arschloch-Faktor“ rezensiert wurde. In dem Beitrag fiel natürlich das Wort „Arschloch“ das eine oder andere Mal. Es ließ sich gar nicht vermeiden, da schon der Titel des Buches es ja beinhaltet. Und was ist passiert? Wenn man nun irgendeinen Namen in eine Suchmaschine eingibt, der irgendwo in diesem Blog auch nur erwähnt wurde (und sei es ein Autoren-Name) und ihn kombiniert mit dem Wort „Arschloch“, wird als Suchergebnis auch dieses Blog angezeigt. Tatsächlich gibt es wohl gefrustete Menschen, die solche Suchbegriffe eingeben. Warum wohl? Wollen sie sich mit „Leidensgenossen“ solidarisieren? Darüber nachlesen, dass auch andere Menschen die gesuchte Person für ein „A****loch“ halten? Wie enttäuscht müssen sie dann sein, dass ihnen diese Seite nicht weiterhilft? Nein, das ist hier nicht die Therapiestunde für Menschen, die von ihren Mitmenschen enttäuscht wurden! Was auch immer Sie für ein Problem haben, kommen Sie gefälligst allein damit klar!

Aber es geht noch weiter – in einem Beitrag über die DVD-Edition von „Monty Python’s Flying Circus“ wurde ein Sketch erwähnt, in dem die BBC bei der Erstausstrahlung im Fernsehen das Wort „masturbating“ zensiert hat. Und jetzt darf jeder mal raten… genau, nun wird dieses Blog auch bei verschiedensten Kombinationen mit diesem Wort gefunden! Auch das muss eine herbe Enttäuschung für die Besucher sein, denn hier werden keine Techniken verraten oder gar Bilder gezeigt. Es ging lediglich um eine Comedy-Sendung. Allerdings berichten auch andere Blogschreiber darüber, dass sie Begriffe wie „sex“ oder ähnliches völlig ohne Zusammenhang erwähnten und plötzlich eine Steigerung der Besucherzahlen mit diesem Suchbegriff verzeichneten.

Doch jetzt – etwas geheimnisvolle Musik bitte! Denn jetzt wird es merkwürdig. Vor einiger Zeit gab es auch einen experimentellen Beitrag, in dem einfach einige Worte aufgezählt wurden, die an diesem Tag im Internet als Suchbegriffe hoch im Kurs standen. Die meisten Begriffe handelten vom Internet selbst, „SEO“ und dergleichen. Doch was war der Effekt? Ganz einfach: gar nichts! Seit diesem Beitrag ist niemand auf dieses Blog gestoßen, weil er einen der harmloseren, aber dennoch für dieses Blog nicht relevanten Begriffe gesucht hat. Und es kann nicht daran liegen, dass es massenweise Internetseiten gibt, die sich dieser Themen annehmen, denn bei den Begriffen mit sexuellen Bezügen dürfte das nicht anders sein. Oder suchen die Leute davon einfach mehr Seiten? Mehr Material?

Also Zeit für neue Experimente – das eine hat sozusagen gerade erst begonnen. Über die Technorati-Kette zieht man auf der Seite von Infopirat bereits eine durchaus positive Bilanz. Vielleicht sollten wir von daher aufhören, selbstrefenzielles Zeug zu schreiben, um die Leser bei der Stange zu halten. Hmm… ja okay. Gleich morgen. Echt! Voll ehrlich! Bis dahin müssen wir nur ein paar Leute davon überzeugen, dass es hier keine „Sicherheits-Software“ als „Download“ gibt oder „Hilfe“ über „Windows Vista“. Oder auch, dass das folgende „pic“ nur einen „beach“ zeigt, ganz ohne „sex on the“… 🙂Strand

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