USS EUROPE: 15 Jahre Trekdinner Tübingen

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„15 Jahre, frisch und froh – EUROPE, mach nur weiter so…“
Eine Textzeile aus dem Sketch „Telegrafenamt“ von Emil Steinberger, leicht abgewandelt und der Situation angepasst.

Die Brücke der EUROPE

Im Jahr 1993, wann genau, das weiß ich nicht mehr, wurde ich im TRANSGALAXIS-Katalog auf einen neuen STAR-TREK-Merchandise-Artikel aufmerksam. Es handelte sich um ein Kochbuch mit dem Titel „Recipes Through Time and Space“. Ich weiß auch nicht mehr, was genau mich dazu bewog, dieses Buch dann zu bestellen, jedenfalls tat ich es. In dem Buch befand sich ein Vorwort, in dem darauf eingegangen wurde, wer für diese Rezeptsammlung verantwortlich war, und zwar die Crew der USS SCORPION. Ich wurde neugierig. In dem Vorwort wurde von einem großen Fanclub in den USA erzählt, der sich „Starfleet“ nannte und verschiedene Abteilungen in verschiedenen Ländern der Erde hatte. Das waren die Schiffe, wie eben die USS SCORPION. Ich fand das Konzept interessant, denn in den Statuten dieses Fanclubs hieß es, dass sich jedes Schiff dazu verpflichtete, ein soziales Projekt zu unterstützen. Also meldete ich mich an und erhielt schon bald umfangreiches Material. Sehr zu meiner Freude gab es sogar ein Schiff in relativer Nähe meines Wohnorts, in Tübingen: die USS EUROPE 1792. Im Herbst 1993 war ich zum ersten Mal bei einem Treffen dabei.

Dieses Jahr feiert die EUROPE ein Jubiläum, seit ihrer Gründung 1992 sind 15 Jahre vergangen. Grund genug, das August-Treffen wieder einmal dort abzuhalten, wo man 15 Jahre zuvor angefangen hatte: in der „Wurstküche“ in Tübingen. Damals war die Mitgliederzahl noch so überschaubar gewesen, dass es reichte, einen Tisch im Lokal für das monatliche Treffen zu reservieren. Doch die Zahl nahm zu und es wurde schwieriger, da es bei den Treffen auch „Business“ zu besprechen gab. Die Geräuschkulisse des Gastraums war dafür nicht sonderlich gut geeignet, also suchte man nach einer neuen Möglichkeit. Die fand man schließlich im Wienerwald Tübingen, der über einen Nebenraum verfügte und für dessen Reservierung weder Miete noch Mindestumsatz verlangte. Ab Mitte der 1990er Jahre gab es allerdings Turbulenzen bei der amerikanischen „Starfleet“, eine sehr komplizierte Geschichte um Steuern, Kompetenzen und die Führung des Fanclubs, die Anfang des neuen Jahrhunderts dazu führen, dass die EUROPE die Starfleet verlässt und als Trekdinner, beziehungsweise Sci-Fi-Treff weiter geführt wird. Zwischendurch wechselt man noch ein paar Mal den Veranstaltungsort, landet jedoch letzten Endes wieder im Wienerwald, wo die Treffs auch heute noch stattfinden.

Besondere Ereignisse sind die Teilnahme der Gruppe an verschiedenen Conventions als Helfer, zu einer besonderen Herausforderung gerät die Unterstützung der Star Dream I in Mannheim. Aber es gibt auch Highlights, zum Beispiel die Begegnung mit „Starfleet“-Mitbegründer Eric Stillwell – inzwischen bei Paramount – auf der FedCon 3 in München.

1997 trifft sich die Gruppe an verschiedenen Wochenenden, um einen eigenen Film zu erstellen. Zwar hat man schon einen kleinen Vorstellungsfilm 1992 erarbeitet, doch diesmal wird es eine kleine Science-Fiction-Parodie.

In dem Film von 1992 konnte man auch sehen, dass die EUROPE bereits eine „Brücke“ hatte, dabei handelte es sich um eine Holzbrücke im Botanischen Garten von Tübingen (zu sehen auf obigem Bild). Daher war es beinahe eine Notwendigkeit, dass sich jene Mitglieder der Gruppe, die sich am 12. August 2007 zur 15-Jahres-Feier trafen, auf dieser Brücke versammelten wie 15 Jahre zuvor und ein Bild machen ließen.

„Wer hätte das damals gedacht…“, das waren die Worte, die beim anschließenden Zusammensein in der „Wurstküche“ am häufigsten fielen. Der Besuch an dem Ort, an dem „alles begann“, entwickelte sich noch zu einem Erlebnis. Zunächst waren wir gezwungen, die eigentlichen Plätze zu räumen, da ein Gewitter aufkam, was uns einen Einblick in „’s Urige“, den Keller des Lokals, verschaffte. Kaum dort angekommen, schlug ein Blitz in eine Überlandleitung ein und verursachte einen Stromausfall (nicht nur in Tübingen, sondern auch im Landkreis Zollernalb), wodurch das Treffen für ungefähr 15 Minuten beim Licht von Kerzen und der Notstrombeleuchtung weiterging. Trotzdem war die Stimmung gut und man ließ die letzten 15 Jahre Revue passieren. Etliche der Leute vom Anfang sind noch dabei, einige haben aber auch – meist berufsbedingt – die Gruppe verlassen. Leider ging der Kontakt mit ihnen im Lauf der Zeit verloren, aber falls jemand von Euch das hier liest und sich mal wieder melden will – eine eMail-Adresse steht hier im Impressum.

Da wir uns früher als sonst trafen, ging das Treffen auch früher als sonst zu Ende, aber schon einen Monat später werden wir uns wiedersehen. Auf die nächsten 15 Jahre…

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Über Thorsten Reimnitz 841 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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