Das Megaflare-Szenario beim Klimawandel

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Nun ist also der Bericht zum Klimawandel der UNO heraus und er sollte ein Warnschuss sein. Doch stattdessen beginnt nun etwas, das mich an einen Science-Fiction-Film aus den 1990ern erinnert. Sein Titel: „Starfire“.

Zum Inhalt: Mitte des 21. Jahrhunderts nimmt die Temperatur der Erde schlagartig zu. Wissenschaftler entdecken, dass dies an erhöhter Aktivität auf der Sonnenoberfläche liegt. Dort bildet sich gerade eine Megagluteruption, ein so genannter „Megaflare“. Wenn dieser zum Ausbruch kommt, wird er bis in die Umlaufbahn der Erde reichen und deren Oberfläche vollständig verbrennen. Das Ende allen Lebens, wie wir es kennen.

Sofort setzen sich die Wissenschaftler hin und beginnen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ihre Idee ist es, eine Superbombe in den Entstehungsort des Megaflares zu schicken. Dieser würde dann kollabieren und die Situation wäre wieder normal.

Währendessen gib es auf der Erde Massenpaniken. Ein Konzerntycoon kommt deswegen auf eine Idee: Die Menschen kaufen so viel wie noch nie, sie lösen ihr Erspartes auf, kaufen Vorräte und Sachen, um ihre Häuser zu verbarrikadieren und hoffen, dass sie den Megaflare irgendwie überleben. Das bringt seinem Konzern jede Menge Geld. Außerdem kaufen sie in großen Massen die Sachen auf, die die Leute in ihrer Panik verkaufen, natürlich zu Spottpreisen. Wenn sich die Wissenschaftler irren und der Megaflare nicht kommt – immerhin hat man so ein Ereignis auf der Sonne noch nie zuvor beobachtet – geben die Menschen ihr ganzes Geld aus, verkaufen ihr hab und gut und sein Konzern ist dann der reichste und mächtigste der Welt. Da ist nur ein Problem: bis zum errechneten Zeitpunkt des Megaflares ist es noch etwas Zeit – genug Zeit für die Menschen, ihr Erspartes auszugeben -, die Wissenschaftler haben aber mit großer Anstrengung das Projekt „Sonnentorpedo“ (genannt „Ra-Sonde“, nach Ra, dem ägyptischen Sonnengott) in die Wege gebracht, um die Eruption so schnell wie möglich zu stoppen. Die Menschen haben wieder Hoffnung geschöpft. Wenn die Mission aber scheitert, werden die Panikkäufe weitergehen.

Der Tycoon berät sich mit seinen Wissenschaftlern, die meinen, es könne auch sein, dass der Megaflare nicht kommt. Also setzt er alles auf diese Karte und schickt einen Saboteur los, der dafür sorgen soll, dass die Ra-Sonde ihr Ziel nicht erreicht…

Warum ich an diesen Film denken musste, ist wohl ersichtlich: Wenn wir die Personen austauschen und die Umstände geringfügig ändern, haben wir die gleiche Situation wie in der Realität. Die Wissenschaftler warnen, aber aus wirtschaftlichen Gründen wägt man ab. Das sei ja gar nicht so. Zwar setzt man nicht, wie der Tycoon aus dem Film, auf Panikkäufe und -verkäufe, aber man setzt auch darauf, dass sich die ganzen Wissenschaftler irren und es nicht zu der vorhergesagten Katastrophe kommt. Das Fatale in beiden Situationen: Sollte es doch dazu kommen, ist es zu spät, noch etwas zu ändern.

Ich persönlich verstehe auch eines nicht: Da wird vor den Folgen für die Wirtschaft gewarnt, wenn man verbindliche Regeln bezüglich des Ausstosses von CO2 festlegt. Wenn man es nicht macht und sich das Klima wandelt, sind die Folgen für die Wirtschaft aber wesentlich katastrophaler. Offenbar lebt man nur im „Hier und Jetzt“, an die Folgen für das „Morgen“ mag man nicht denken. Da ist das Denken in Realität und Fiktion sogar Deckungsgleich: Wenn wir darauf setzen, dass nichts passiert, verdienen wir gut weiter – und sind in Zukunft dann die Größten / Reichsten / wie auch immer.

Zum Schluss möchte ich noch ein politisches Satirelied aus den 1990ern zitieren. Es ist immer noch erschreckend aktuell:

„Und das Gerede vom Ozonloch,
also, das wird mir nicht klar.
Ich sah schon oft zum Himmel hoch.
Doch das Loch war niemals da.“

„Alles spricht vom Regenwald.
Daraus werd‘ ich nicht klug.
Was uns doch fehlt ist Sonnenschein,
weil Regen gibt’s genug.“

„Wasser ist zum Waschen da,
das kann nicht schmutzig sein.
Und wenn ich so durch die Luft durchguck‘
ist die auch ganz klar und rein.“

„Meine Damen und Herren, wir müssen den Treibhauseffekt vorantreiben, um endlich die Heizkosten senken zu können, wodurch wir gleichzeitig die Energie sparen, die unserer Umwelt so schadet.“

(Hurra-Deutschland-Band, „Alles Ö.K.O.“, 1992)

Und ganz zum Schluss noch eine Kaufempfehlung. Der Film lohnt sich wirklich (ein Klick auf das Bild führt auf die Produktseite von AMAZON):

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Über Thorsten Reimnitz 841 Artikel
Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist "Das Phantastische Projekt" mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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