Und es gibt doch viele Götter…

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Wie war das noch gleich bei den Zehn Geboten? „Ich bin der Herr, Dein Gott…“ Andere Götter gibt es nicht.

Gibt es wohl! Das wurde jetzt sogar von der katholischen Kirche so bestätigt – von Kardinal Meisner! Klingt komisch, ist aber so. Der Herr Kardinal hat rechtzeitig zur Weihnachtszeit ein Schreiben herausgebracht, das sich auf einen Beschluss der Bischofskonferenz aus dem Jahr 2003 stützt. In dem Schreiben heißt es, katholische Jugendliche sollen nicht an so genannten „multireligiösen Feiern“ teilnehmen. Sprich, die Katholiken sollen nicht zusammen mit Juden oder Moslems beten.

Begründet wird das unter anderem damit, dass der Glaube von Kindern und Jugendlichen noch nicht als vollständig entfaltet anzusehen sei. Deshalb habe er, Meisner, die Sorge, dass die für das Verständnis von multireligiösen Feiern notwendige Differenzierung nicht ausreichend gegeben sei. Denn: „Das Gottesbild der nichtchristlichen Religionen ist nicht identisch mit dem Gottesbild der Christen, weshalb jede Gemeinschaft nur alleine zu ihrem Gott beten kann.“ Die Hervorhebung ist von mir – ich denke, sie macht den Widerspruch in dem Text klar. Hat also jede Religion – entgegen den Zehn Geboten – ihren eigenen, persönlichen Gott? Und darf man als Christ nicht zum Gott der Juden beten? Oder der Moslems? Noch dazu, da gerade diese drei Religionen eigentlich eine direkte Verbindung haben (Christus war selbst Jude und auch Mohammed beruft sich z. B. auf Abraham und bezeichnet sowohl Christen als auch Juden als „Schriftbesitzer“, wie auch der Islam).
Nun, offenbar hat Kardinal Meisner hiermit offiziell bestätigt, dass es eben doch mehrere Götter gibt. Oder vielleicht sollte man ihm mal „Nathan der Weise“ zu lesen geben…

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Über Thorsten Reimnitz 842 Artikel

Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist „Das Phantastische Projekt“ mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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