40 Jahr Star Trek – Ansichten und "Firefly" als Allegorie einer Fortsetzung?

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Am heutigen Tag strahlt der Sender KABEL 1 die beliebtesten Star-Trek-Episoden aus, angefangen am Nachmittag, Ende heute Abend.

An diesem Satz ist etwas merkwürdig. Lesen Sie ihn nochmals, falls es Ihnen nicht schon aufgefallen ist, und denken Sie nach. Ich warte so lange.

Na, gemerkt? Es ist von „KABEL 1“ die Rede. Und das, obwohl doch SAT 1 eigentlich „der Star-Trek-Sender“ ist (zumindest haben sie das in einer Eigenwerbung immer behauptet). Doch die Zeiten haben sich geändert. Dieses Jahr feiert STAR TREK sein 40jähriges Jubiläum… und das ruhiger als je zuvor. Vorbei die Zeiten, in denen es noch „Star-Trek-Nächte“ gab. Paramount hat es nicht einmal geschafft, sich rechtzeitig auf einen neuen Kinofilm zu einigen, der zum Jubiläum hätte in die Kinos kommen können. In der Tat gibt es selbst bis jetzt nur einige wenige veröffentlichte Tatsachen über einen neuen Film.

Was ist passiert? Nach dem Erfolg der „Classic“-Serie und der „Nächsten Generation“ sind die Produzenten etwas experimentierfreudiger geworden. Als sie sahen, dass mit der „Nächsten Generation“ und „Deep Space Nine“ zwei Serien parallel liefen und es funktionierte, wurde das gleich wieder ausprobiert (mit „Voyager“). Das funktionierte auch noch ganz gut. Aber dann überkam die Produzenten der experimentelle Übermut. „Enterprise“ hieß die neue Serie. Wie stark der Erfolg der drei „Star-Wars-Prequel“-Episoden an der Entscheidung mitspielte, lässt sich nur spekulieren, jedenfalls wollten die Produzenten ihre Serie zurück an ihre Wurzeln führen, in eine Zeit noch vor der „Classic“-Serie. Damit hatten Inkonsestenzen innerhalb der Reihe Hochkonjunktur, die allerdings schließlich damit erklärt wurden, dass ein temporaler kalter Krieg tobte und die Zeitlinie verändert wurde.

Die „Enterprise“ geriet ins Schlingern und erreichte die 7 Jahre, die drei der Vorgänger-Serien hingelegt hatten, nicht. Im Gegenteil, dieses frühzeitige Ende sowie das offenbar schlechte Abschneiden des Kinofilms „Star Trek – Nemesis“ machten die Katastrophe perfekt. Und das kurz vor dem Jubiläum. Nun wurde beraten, was man tun könnte. Verschiedene Konzepte wurden aufgebracht und wieder verworfen. Sollten die Crews von „Deep Space Nine“ oder „Voyager“ in einem neuen Kinofilm auftauchen. Oder doch noch mal zumindest ein Teil der Besatzung der „Nächsten Generation“? Oder soll eine ganz neue Crew eingeführt werden, die fortan nur in den Kinofilmen ihre Abenteuer erleben würde? Die Diskussionen darüber führten zum Stillstand des ganzen Projekts. Filmideen wurden verfasst und wieder verworfen. Zuletzt drang an die Öffentlichkeit, dass ein neuer Kinofilm um die Abenteuer der „Classic“-Crew gehen soll, mit einem blutjungen James T. Kirk. Ob diese – zunächst einmal wenig originelle – Idee Erfolg haben wird, muss sich zeigen. Jedenfalls wurde in all dem Chaos das 40jährige Jubiläum einfach verpasst.

Das brachte mich auf eine ganz eigene Theorie, denn doch, es gibt eine Fortsetzung, und sie heißt…

…“Firefly“.

Wie das? Nun, das Grundkonzept von Joss Wheedons Serie kann man als Allegorie auf die Ereignisse rund um Star Trek sehen. FIREFLY spielt im 26. Jahrhundert, also ca 150 bis 200 Jahre nach der „Nächsten Generation“. Die Menschheit musste die Erde verlassen, weil deren Resourcen aufgebraucht waren und hat sich in einem anderen Sonnensystem niedergelassen, ähnlich den Menschen die seinerzeit nach Amerika aufgebrochen sind. Und ähnlich wie im wilden Westen sind auch die Zustände in dem neuen System, während der Verwaltungsapparat der „Allianz“ versucht, sowas wie Ordnung herzustellen, herrscht besonders in Grenzgebieten doch das Gesetz der Faust und des Revolvers.

Wo ist nun der Zusammenhang? Also, die Resourcen der Erde sind erschöpft = die Produzenten von Star Trek hatten nicht (oder zumindest nicht rechtzeitig) die richtigen Ideen, um die Serie wieder in Schwung zu bringen. Und manche Fans wünschten sich, dass etwas geschieht, vielleicht auch eine etwas radikalere Maßnahme = die Menschheit gibt die Erde auf und siedelt in ein fremdes System um. Also ist man gezwungen, nochmals „von vorn“ anzufangen, und da haben wir sie, die Handlung von FIREFLY. Leider ist die Serie auch bereits wieder eingestellt worden, aber der Kinofilm „Serenity“ lässt hoffen. Ich jedenfalls kann die Serie nur empfehlen – und ich stehe da nicht allein…

Was „Star Trek“ betrifft, da steht die Zukunft wohl – im wahrsten Sinne des Wortes – in den Sternen. Immer wieder gab es Verlautbarungen, Dementis, Ankündigungen, Termine, Terminverschiebungen… wir können es wohl erst glauben, wenn wir im Kinosessel sitzen und den neuen Film zu sehen bekommen, wie auch immer er heißen mag und zu welcher Zeit auch immer er spielt.

Und trotzdem: Happy Birthday, Star Trek!

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Über Thorsten Reimnitz 844 Artikel

Geboren am 4. August 1970 in Diez an der Lahn schreibe ich Geschichten, seit ich schreiben kann. Das Projekt, an dem ich am längsten arbeite, ist „Das Phantastische Projekt“ mit all seinen Facetten, das am 7. August 1985 seinen Anfang nahm.

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