Bericht und Diskussion auf sf-radio.de

Und hier noch ein Nachtrag: Auch die Seite sf-radio.de hat bereits am 11. Juli einen kurzen Bericht über die NetRomane vom Raumschiff Highlander gebracht (siehe hier), der zu einer lebhaften Diskussion geführt hat über ein altes Problem im Star-Trek-Fandom, nämlich Toleranz.

Ich als Autor möchte dazu noch folgendes anmerken:
Das ganze ist nicht nur ein Problem unter Star-Trek-Fans, es ist ein generelles Problem, aber in diesem Fall bekommt es eine spezielle Note.
Ich will ein Beispiel geben: Ich selbst bin auch Fan eines Freizeitparks (siehe hier) und entsprechend auf verschiedenen Fansiten und in Foren unterwegs, um mich zu informieren. Auch hier erlebe ich diesen „Kleinkrieg“, entweder geht es darum, dass Park A tausendmal besser ist als Park B (und alle, die anderer Meinung sind, haben keine Ahnung) oder dass Achterbahn X noch geiler ist als Achterbahn Y, worauf jemand anders meint, das sei Blödsinn, weil Achterbahn X ja Kinderkram ist. Was viele gerade im Bezug auf die Achterbahnen vergessen, ist, dass diese sehr stark vom subjektiven Empfinden abhängig sind. Es gibt Leute, denen wird schlecht, wenn sie auf einen Stuhl steigen, um eine Glühbirne auszuwechseln und für die ist Achterbahn X einfach ein Horrortrip, während die „Achterbahn-Profis“, die es gewohnt sind, sich mit dem zwanzigfachen der Erdbeschleunigung zu belasten (und in ihren Forums-Beiträgen mit Fachausdrücken wie „Airtime“ um sich schmeißen), Achterbahn X einfach nur langweilig finden. Trotzdem wird so getan, als sei die eigene Meinung das nonplusultra, dem jeder zu folgen habe.
In der Star-Trek-Fanszene sind diese Auswüchse auch zu beobachten. Ich sage nur: Was ist nun besser – „Classic“ oder „TNG“? Oder, wie Robert Amper es in einem Beitrag zu o. g. Bericht auf sf-radio.de formulierte, Club A hat andere Schuhe als Club B zur „offiziellen Uniform“ und wird deswegen beschimpft. Von Prinzip her also nichts anderes wie mit den Achterbahnen (oder anderer Dinge, deren Anzahl von Beispielen schon Legion ist). Die Sache ist nur die, dass sich die Star-Trek-Fans ein verdammt, verdammt hochgegriffenes Ziel auf ihre Fahnen geschrieben haben: T-O-L-E-R-A-N-Z!
Das Lexikon definiert „Toleranz“ als „Haltung, andere Anschauungen, Einstellungen, Sitten, Gewohnheiten u. Ä. zu akzeptieren“. Und es waren die Fans, die das Thema „Toleranz“ in Star Trek mit zu dem gemacht haben, was es wurde, indem sie die Idee der „unendlichen Manigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen“ mit Begeisterung aufgriffen und zumindest Vordergründig behaupteten, sie würden diese Idee leben. Was hingegen wirklich abläuft, hat in manchen Fällen wenig damit zu tun (Schuhe…), und das ist schade. Vielleicht war es doch zu viel, ein so hohes Ziel sich in großen Buchstaben auf die Fahnen zu schreiben. „Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat…“
Um den Bogen zu den NetRomanen damit wieder zu schlagen, Ihr, die Ihr die HIGHLANDER nicht leiden könnt, habt es einfach, noch einfacher als beim Fernsehen. Denn das Fernsehen kann Euch, wenn Ihr nicht aufpasst, einfach von selbst mit allem möglichen Zeug berieseln, nur weil Ihr vergesst, das Programm umzuschalten. Bei den NetRomanen müsst Ihr sogar aktiv werden, um sie überhaupt zu erhalten. Und damit nicht genug, Ihr müsst nochmal aktiv werden, um die Datei zu öffnen – und ihr müsst sie auch noch selbst LESEN! Das heißt, die Chance, den NetRomanen zu entkommen, ist einfacher, als diesem vollkommen schwachsinnigen durchgeknallten Frosch als Klingelton! (Ups, ich werde intolerant!)
Und zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung zu einem Nachsatz in dem letzten Kommentar: Auch ich kenne diesen Robert Amper, und ich bin froh, dass ich ihn zu meinen Freunden zählen darf. In diesem Sinne: Toleranz!

Thorsten Reimnitz

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